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Mit Freddy Fit auf Schatzsuche

So ein Theater!

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Eine Geschichte mit Freddy Fit von Larissa Herzl.

So ein Theater!

„Freddy, lass uns auf Schatzsuche gehen!“, ruft Zenzi Zwetschke euphorisch. Die beiden Freunde sitzen nun schon seit einer Weile auf dem alten geblümten Sofa im Wohnzimmer von der Omama und denken nach, womit sie sich die Zeit vertreiben könnten. „Und wo, bitteschön, hast du vor, in diesen alten Gemäuern einen Schatz zu finden?“ Freddy Fit legt den Kopf schief und grinst Zenzi an. „Ich glaube nämlich nicht, dass die Omama in ihrer Freizeit heimlich zur Piratin wird und Berge von Gold anschleppt“. „Also, ich würde es ihr zutrauen“, schmunzelt Onkel Birnstingl, der genau in diesem Moment ins Wohnzimmer kommt und alles gehört hat. „Und ich glaube, ich weiß auch, wo sie ihre Beute verstecken würde…“, sagt er und lässt seinen Blick nach oben an die Decke wandern.

„Der Dachboden, auf die Idee hätten wir auch kommen können!“, meint Zenzi Zwetschke, nachdem Onkel Birnstingl für die beiden die Dachbodenluke geöffnet und sie hinaufbegleitet hat. „Ihr kommt alleine zurecht? Ich bin unten im Wohnzimmer, ruft mich, wenn ihr etwas braucht“, sagt er und verschwindet gleich darauf durch die Öffnung im Boden. Hier oben stapeln sich unzählige Kisten und im Sonnenlicht, das sich seinen Weg durch ein kleines Fenster kämpft, tanzen winzige Staubkörner. „Na dann lass uns mal herausfinden, ob es ihn wirklich gibt, diesen Piratenschatz von der Omama!“, sagt Freddy und schon fangen beide an, eifrig Kisten zu öffnen. Was da alles zum Vorschein kommt!


Freddys alter Teddybär, den er schon verloren geglaubt hat, ein ausgedientes Porzellanservice mit angeschlagenen Rändern, eine Hängematte, an der sich anscheinend einige Mäuse bedient haben, und eine Kiste mit verstaubten Büchern und Notizheften. Diese Kiste will sich Zenzi genauer ansehen. Sie nimmt ein Buch nach dem anderen heraus, pustet die Staubschicht weg und liest sich den Text auf dem Umschlag durch, während Freddy Fit sich einer Gitarre zuwendet, die nur mehr zwei Saiten hat. „Die Omama könnte hier wirklich mal einige Dinge entsorgen“, kichert Freddy Fit. „Also, ich bin froh, dass sie das hier nicht entsorgt hat“, stellt Zenzi Zwetschke fest. Ihr Kopf ist hinter einem Buch mit rotem Samteinband versteckt und sie blättert die Seiten mit einem Lächeln auf den Lippen durch. Als Freddy hinübersieht, weiß er sofort, welches Buch Zenzi da in der Hand hält. „Das ist das Notizbuch, das Onkel Birnstingl früher überall hin mitgenommen hat, um den Text für sein Theaterstück aufzuschreiben, das er der ganzen Welt aufführen wollte, wenn er mal berühmt ist. Lustigerweise geht es darin sogar um einen Schatz, also haben wir irgendwie doch einen gefunden!“, erklärt er lachend und setzt sich neben seine Freundin auf den Boden. „Weißt du was“, sagt Zenzi und schaut Freddy bestimmt an, „Ich glaube, ich habe ein neues Projekt für uns, Herr Regisseur!“

Zenzi Zwetschke und Freddy Fit sausen mit dem Notizbuch unterm Arm blitzschnell am Onkel vorbei, der ihnen verdutzt nachschaut. Beide schnappen sich einen Stift, einen Stapel Papier und schon beginnen sie, das alte Skript abzuschreiben. Denn es muss ja jeder, der später eine Rolle im Theaterstück hat, seinen eigenen Text haben, um ihn auswendig lernen zu können. Die zwei Freunde schreiben und schreiben und machen nur eine kleine Pause, um ein Stück von dem leckeren Schokokuchen zu essen, den die Omama gebacken hat. Als die Sonne schon untergeht, schreiben sie fast zeitgleich das letzte Wort ab, legen ihre Stifte zur Seite und lehnen sich nach getaner Arbeit zufrieden zurück. „Das einzige, was das Theaterstück jetzt noch braucht, ist eine zusätzliche Rolle: Eine Piratin, gespielt von der Omama“, sagt Zenzi noch, bevor die beiden in schallendes Gelächter ausbrechen.

Es gibt keinen von Freddy Fits Freunden, der nicht sofort Feuer und Flamme ist, als Freddy von seiner und Zenzis Idee erzählt. Und so dauert es nicht lange, bis sich alle zur ersten Probe treffen. In dem großen Garten vor dem Haus der Omama hat Freddy eine große weiße Tischdecke auf den Boden gelegt, die er ebenfalls vom Dachboden mitgenommen hat, weil sie niemand mehr braucht. Diese will er jetzt mit seinen Freunden bemalen, über die Wäscheleine hängen und als Bühnenhintergrund verwenden. Und so zaubern Klara und Kiara Kirsche, Ronni Rhabarber und Eddi Erdbeer eine wunderschöne Kulisse auf das Laken, während Freddy Fit und Zenzi Zwetschke die verschiedensten Dachboden-Funde über den Rasen zerren, um das Bühnenbild zu vervollständigen.

Zum Schluss schleppt Freddy noch einen alten Klappstuhl an, auf dessen Rückseite in krakeligen Buchstaben „Regisseur“ steht, sowie ein ausgedientes Megaphon. Er nimmt darauf Platz, hebt das Blech-Sprachrohr an den Mund und ruft: „Bitte alle auf ihre Plätze!”

„Halt! Und welche Rolle bekomme ich?“, hören die Freunde plötzlich eine wohlbekannte Stimme.  Omama kommt angebraust und fuchtelt wild mit den Armen in der Luft umher: „Ich möchte auch mitspielen!“ Freddy Fit und Zenzi Zwetschke sehen sich begeistert an und beide wissen sofort, dass sie den gleichen Gedanken haben. „Omama, wir haben zufällig schon darüber gesprochen, dass du dich gut als Piratin machen würdest. Na, wie wär’s?“

Es dauert nicht lange und der große Tag der Premiere ist gekommen. Für die Aufführung hat Onkel Birnstingl Campingstühle in den Garten gestellt und Ehrengäste eingeladen, denn heute wird sein Text endlich zu einem richtigen Theaterstück gemacht. Tante Mandarina und Cousine Clementinchen sind schon am Tag davor mit dem Zug angereist, um dem Spektakel beizuwohnen. Die Gäste nehmen Platz und man hört aufgeregtes Gemurmel, bevor Freddys Stimme ertönt: „Meine Damen und Herren, Birnen und Äpfelinnen, Mandarinen und Clementinchen! Sehen Sie nun unser Theaterstück, ich wünsche Ihnen viel Vergnügen!“
Es gibt einen großen Applaus und Klara und Kiara Kirsche und Eddi Erdbeer tippeln auf die Bühne. Auf dem Bühnenbild hinter ihnen sind Palmen aufgemalt, an denen zahlreiche Kokosnüsse hängen. Am Boden liegen alle möglichen blauen Dinge, die das Meer darstellen sollen: blaue Teppiche, ausgebreitete Jacken, Planen und Sitzauflagen, alles was der Dachboden so hergegeben hat. Die drei Freunde halten eine Schatzkarte in der Hand und schauen konzentriert darauf, während sie auf der Bühne auf und ab gehen. „Wo ist nur dieser mysteriöse Piratenschatz?“, fragt Eddi Erdbeer ins Publikum.

„Wir suchen nun schon seit einer Woche, aber gefunden haben wir noch immer nichts!“, ruft Klara Kirsche. Da tritt Zenzi Zwetschke zusammen mit Ronni Rhabarber auf die Bühne. „Wir sind schon seit Ewigkeiten auf dieser Insel und auf der Suche nach dem Schatz, schön langsam glaube ich nicht mehr daran. Macht euch keine Hoffnungen!“, sagt sie betrübt zu Eddi und den Zwillingen.

Im Laufe des Theaterstücks schließen sich die beiden Gruppen zusammen und gehen gemeinsam auf Schatzsuche. Aus dem Publikum hört man immer wieder „Ahhh“ und „Ohhh“, und dann kommt endlich der Teil, an dem die Freunde den Schatz wirklich finden. Es wird eine große alte Kiste geöffnet, in der sich alle möglichen glitzernden Gegenstände befinden.

An dieser Stelle kommt der Auftritt von der Omama. Verkleidet als Piratin, mit Augenklappe und goldenen Stricknadeln in der Hand, steht sie auf einmal in einem Schlauchboot auf der Bühne. „Dieser Schatz gehört mir!“, tönt es durch die Luft und die Omama geht mit erhobenen Stricknadeln auf die Freunde zu.
Die Rolle als Piratin scheint ihr wirklich zu liegen. „Nein, du fiese Piratin, den Schatz haben die Freunde gefunden!“, kommt da plötzlich eine aufgeregte Stimme aus dem Publikum. Clementinchen springt auf und stürmt auf die Bühne, wo sie versucht, die schwere Kiste weiter zu Eddi Erdbeer und seinen Freunden zu ziehen. Alle Schauspieler halten kurz inne und tauschen verwirrte Blicke aus. Zenzi Zwetschke schielt hinüber zu Freddy Fit in seinem Regisseurstuhl. „Freddy, das steht aber nicht im Drehbuch!“, flüstert sie ihm zu. Freddy braucht kurz, um nachzudenken, doch dann meint er mit einem Zwinkern in Clementinchens Richtung: „Weißt du was, kleine Änderungen sind doch auch willkommen.“ Clementinchens Lösung für das Problem ist schnell gefunden. Sie findet nach einer kleinen Denkpause, dass Piratinnen doch auch einen Teil vom Schatz abbekommen sollten, sonst hieße es ja nicht Piratenschatz. Und so werden auf der Bühne die funkelnden Gegenstände gerecht aufgeteilt, ganz nach Clementinchens Willen. Damit endet die gelungene Erstaufführung von Onkel Birnstingls Theaterstück mit schallendem Gelächter und tosendem Applaus des Publikums.

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Fotocredits: (c)pixabay

Freddy Fit hat all seine Freunde zu Hilfe gerufen. Und auf Zenzi Zwetschke, Ronni Rhabarber und Mara Marille ist immer Verlass. Als Freddy vor der Tür von den Zwillingen Klara und Kiara Kirsche gestanden ist, um ihnen ihre Mützen zu übergeben, haben sich die beiden nur einen kurzen Blick zugeworfen, genickt, sich die Hauben aufgesetzt und sich dem Weihnachtstrupp angeschlossen. Eddi Erdbeer ist ebenfalls dazugestoßen. Zusammen und doch jeder auf seinem eigenen Weg, sind die Freunde jetzt unterwegs und tauschen Geschenke was das Zeug hält. Sie packen und verteilen, schneller als jedes Rentier das geschafft hätte.

Als auch das letzte Paket in die richtigen Hände gekommen ist, ist es schon ziemlich spät in der Nacht. Erschöpft lassen sich die Freunde auf Freddys großes Sofa in seinem Wohnzimmer fallen, während Onkel Birnstingl heißen Kakao und Decken verteilt. Da läutet das Telefon. „Ich denke, das ist für dich, Freddy“, schmunzelt der Onkel und reicht Freddy Fit den Hörer weiter. Rudolfs Stimme erklingt lautstark, sodass Freddy das Telefon in einem sicheren Abstand zu seinem Ohr halten muss: „Applaus für den einzig wahren Weihnachtsapfel! Freddy Fit, ohne dich hätte Weihnachten in diesem Jahr nicht mit Geschenken stattfinden können! Hiermit befördere ich dich und alle deine Freunde offiziell zum Weihnachtsobst!“ Freddy Fit hebt eine Augenbraue. „Äh, danke, schätze ich?“, grinst er. Und als die Freunde nun auch endlich ihre eigenen Geschenke öffnen können, meint der Onkel: „Ihr seid wirklich wahre Weihnachtshelden.“

 

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